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Geldstress am Arbeitsplatz

Ein heikles Thema
Finanzieller Stress beschränkt sich nicht auf den privaten Bereich. Er entsteht, wenn die Ausgaben höher sind als die Einnahmen. Die Ursache liegt nicht nur in der Höhe des Einkommens, obwohl jemand mit einem niedrigen Einkommen mit größerer Wahrscheinlichkeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann.

Wenn Arbeitnehmer sich Sorgen um ihre finanzielle Situation machen, hat das auch Auswirkungen auf den Arbeitsplatz. Über diese Probleme wird wenig oder gar nicht gesprochen, denn das Thema ist immer noch tabu. Das ist sehr schade, denn ein Gespräch kann der erste Schritt zu finanziellem Wohlbefinden sein.

Auswirkungen von Geldstress bei Arbeitnehmern

Eine begrenzte Umfrage der VUB (auf Englisch) zeigt, dass sich jeder fünfte Arbeitnehmer Sorgen um die Bezahlung seiner Rechnungen macht.

Diese Sorgen führen nicht nur zu schlaflosen Nächten, sondern haben auch Auswirkungen auf die Arbeit:

  • Geringere Produktivität. Geldsorgen führen zu verminderter Konzentration und damit zu Produktivitätsverlusten.
  • Höhere Abwesenheitsquote. Finanzielle Probleme können zu Depressionen, Burnout oder chronischem Stress führen. Arbeitnehmer mit Geldsorgen melden sich häufiger krank.
  • Verlust der intrinsischen Motivation. Arbeitnehmer arbeiten nicht mehr, weil sie die Arbeit als erfreulich oder sinnvoll empfinden, sondern vor allem, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
  • Scham. Kann zu Isolation am Arbeitsplatz führen.
  • Erhöhte Mitarbeiterfluktuation. Wenn Arbeitnehmer das Gefühl haben, dass ihr Lohn nicht ausreicht, um über die Runden zu kommen, suchen sie nach Alternativen.

Darum ist es wichtig, dass Sie sich als Arbeitgeber um das finanzielle Wohlergehen Ihrer Mitarbeiter kümmern. Beide Seiten gewinnen, wenn Sie sich darum bemühen, Geldsorgen vorzubeugen und Ihre Mitarbeiter bei diesen Sorgen zu unterstützen.

Was können Sie als Arbeitgeber tun?

Eigentlich lautet die Frage: Wie können Sie als Arbeitgeber Geldsorgen lindern, ohne sich in das Privatleben der Arbeitnehmer einzumischen?

Keine leichte Frage, denn Geldstress ist ein heikles Thema. Arbeitnehmer schämen sich und trauen sich nicht, darüber zu sprechen - erst recht nicht am Arbeitsplatz.

Sie lösen das Problem auch nicht über Nacht. Geld verdienen an sich reicht nicht aus, man muss auch damit umgehen und haushalten können. Wenn man das noch nie gesehen oder gelernt hat, ist es sehr schwierig.

Der folgende Ansatz kann helfen:

  1. Machen Sie Geldsorgen zu einem Thema, über das man sprechen kann
    Als Arbeitgeber können Sie auf eine offene Kommunikation setzen und das Thema zur Sprache bringen. Sie können auch lernen, Anzeichen von Geldstress zu erkennen.
  2. Helfen Sie mit zusätzlichen Informationen
    Viele Menschen haben nie gelernt, ihre Finanzen effizient zu verwalten. Als Arbeitgeber können Sie ihnen helfen, an Informationen zu gelangen oder sie an externe Hilfe zu verweisen. Es gibt zum Beispiel die folgenden Websites: Verbraucherschutzzentrale - Ich habe Schulden - was nun?, Eerste hulp bij schulden (auf Niederländisch), BIZ Brussel- Questions sur le budget et les dettes (auf Französisch) und Portail sur le surendettement (auf Französisch).
  3. Denken Sie über finanzielle Lösungen nach
    Überlegen Sie, ob es neben einem korrekten Gehalt noch andere Möglichkeiten gibt, den betreffenden Arbeitnehmern zu helfen, zum Beispiel durch einen Gehaltsvorschuss.

Rechtzeitige Investitionen in das finanzielle Wohlergehen zahlen sich aus

Geldstress ist ein Problem, das über den privaten Bereich hinausgeht. Wenn ein Unternehmen Geldsorgen zu einem Thema macht, über das man sprechen kann, und dabei hilft, eine Lösung zu finden, kann es etwas bewirken. Die Erfahrung zeigt, dass es am besten ist, kleine Sorgen so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen, damit sie sich nicht zu großen Problemen entwickeln. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es oft.

Veröffentlichungsdatum:
21 / 03 / 2025