Um die Situation in den EU-Mitgliedstaaten, Island, Norwegen und der Schweiz zu bewerten, führt die Agentur Umfragen durch. Darüber hinaus stehen Tools, Infografiken, Praxisberichte und vieles mehr zur Verfügung.
Die aktuelle Kampagne (2023–2025)
Die aktuelle Kampagne dreht sich um sicheres und gesundes Arbeiten im digitalen Zeitalter. Es wird untersucht, welche Auswirkungen künstliche Intelligenz, Telearbeit, digitale Plattformen und Automatisierung haben und welche Folgen der Klimawandel mit sich bringt.
Tools, Praxisberichte und ein Kampagnen-Toolkit
Möchten Sie selbst aktiv werden? Lesen Sie eine Fülle von Informationen:
- Auf der Website OiRA finden Sie Risikobewertungstools (nach Land, Sprache und Sektor), mit denen Sie Ihren Arbeitsplatz überprüfen und verbessern können, und zwar auch für Kleinst- und Kleinunternehmen. OiRA steht für Online interactive Risk Assessment.
- Praxisberichte anderer Unternehmer und Organisationen können als Inspirationsquelle dienen. Diese finden Sie in der Broschüre Healthy Workplaces Good Practice Awards 2023-2025 auf der Website EU-OSHA (auf Englisch).
- Mit dem Toolkit für die Kampagne auf der Website EU-OSHA können Sie selbst eine Kampagne planen und durchführen.
Sind Sie neugierig auf die Ergebnisse der letzten Umfrage?
Im Bericht auf der Website EU-OSHA (auf Englisch) finden Sie die Ergebnisse der Umfrage, die unter mehr als 28.000 Arbeitnehmern durchgeführt wurde. Die wichtigsten Schlussfolgerungen finden Sie unten.
Digitales Arbeiten ist allgegenwärtig und bringt neue Stressfaktoren mit sich:
- Allgemeine Nutzung: Nicht weniger als 90 % der Arbeitnehmer nutzen mindestens eine digitale Technologie für ihre Hauptaufgabe. Laptops, Tablets, Smartphones oder andere tragbare Geräte, die sich mit dem Internet verbinden, sind dabei führend (78 %).
- Digitaler Druck: Fast die Hälfte der Arbeitnehmer (48 %) gibt an, dass digitale Technologien das Tempo ihrer Arbeit bestimmen.
- Neue Risiken: Mehr als ein Viertel berichtet, dass Technologien zu isolierter Arbeit (30 %) oder höherem Arbeitsdruck (28 %) führen.
- Automatisierte Überwachung: Bei mehr als einem Viertel der Arbeitnehmer werden die Aufgaben automatisch zugewiesen (27 %) oder ihre Leistungen überwacht (25 %).
Die psychische Gesundheit ist durch Stress und mangelnde Anerkennung belastet:
- Stressfaktoren: 44 % der Arbeitnehmer sind starkem Zeitdruck oder Überlastung ausgesetzt.
- Mangelnde Belohnung/Anerkennung: Ein Drittel (34 %) empfindet einen Mangel an Belohnung oder Anerkennung für die geleistete Arbeit.
- Gesundheitswesen und Sozialbereich: Arbeitnehmer aus diesen Bereichen sind am häufigsten mit starkem Zeitdruck und Überlastung (50 %), mangelnder Belohnung (41 %) und sogar verbaler Gewalt (25 %) konfrontiert.
- Gespräche über psychische Gesundheit: Obwohl fast sechs von zehn Arbeitnehmern sich wohl dabei fühlen würden, mit ihrem Vorgesetzten über psychische Gesundheit zu sprechen, glaubt fast die Hälfte (48 %), dass Offenheit über eine psychische Erkrankung negative Auswirkungen auf ihre Karriere haben würde.
Klimabedingte Risiken sind keine ferne Zukunft mehr, sie sind bereits heute präsent:
- Risikoexposition: Ein Drittel der Arbeitnehmer (33 %) war in den letzten 12 Monaten einem klimabedingten Risikofaktor ausgesetzt.
- Hitze: Das häufigste Risiko ist extreme Hitze (drinnen oder draußen), 20 % der Arbeitnehmer sind davon betroffen.
- Gefährdete Sektoren: 30 % der Arbeitnehmer befürchten, dass der Klimawandel ihre Sicherheit und Gesundheit beeinträchtigen könnte. Arbeitnehmer in der Landwirtschaft sind darüber am meisten besorgt und am stärksten davon betroffen.
- Maßnahmen: Die am häufigsten genutzte Maßnahme, bei 58 %, ist die Anpassung der Arbeitsorganisation (z. B. flexible Arbeitszeiten, Pausen). 54 % der Arbeitnehmer haben andere Schutzmaßnahmen (Isolierung, Kühlung) zur Verfügung.
Im Bereich der Gesundheit der Arbeitnehmer verlagert sich der Fokus von rein körperlichen Problemen auf psychische und stressbedingte Erkrankungen:
- Die Top 3 der Gesundheitsprobleme (die durch die Arbeit verursacht oder verschlimmert werden) sind:
- allgemeine Müdigkeit (37 %)
- Kopfschmerzen und Augenermüdung (35 %)
- Stress, Depressionen oder Angstzustände (29 %)
So arbeiten Sie gesund
Dem Bericht zufolge ist es wichtig, die digitale Transformation sicher zu begleiten, psychosozialer und mentaler Gesundheit Priorität einzuräumen und Arbeitsplätze klimaresistent zu gestalten. Die Art und Weise, wie Technologie eingesetzt, reguliert und verwaltet wird, spielt eine entscheidende Rolle. Und vergessen Sie nicht: Wer gut für sich selbst und seine Mitarbeiter sorgt, sorgt auch gut für sein Unternehmen.
26 / 11 / 2025