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Wie gehen Sie am Arbeitsplatz mit Trauer um?

Wenn Sie einen geliebten Menschen verlieren
Trauer ist am Arbeitsplatz nicht das naheliegendste Thema. Doch früher oder später kommt sie in jedem Unternehmen zur Sprache. Ein Mitarbeiter verliert ein Elternteil, einen Freund, einen Partner oder gar ein Kind. Und was dann? Wie soll man vorgehen? Was sagen Sie und was nicht? Und wie kann man den Gefühlen ihren Platz einräumen?

Jeder Trauerprozess ist anders

Der Umgang mit einem tiefgreifenden Verlust ist sehr unterschiedlich. Trauer ist auch kein linearer Prozess. Vielleicht haben Sie schon einmal von den „fünf Trauerphasen“ (Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz) gehört. Im echten Leben handelt es sich um einen kontinuierlichen Wandlungsprozess. Die Betroffenen bewegen sich von einer Phase zur nächsten und wieder zurück, manchmal überspringen sie auch eine Phase. Es gibt weder einen Standardzeitplan noch einen Zeitpunkt, an dem jemand „wieder wie früher“ ist. Vielmehr ist es ein ständiges Pendeln zwischen dem Erleben des Verlusts und der Wiederaufnahme des Lebens.

Es ist daher auch nicht so, dass jemand nach ein paar Wochen wieder fröhlich durch die Gegend spaziert, als sei nichts geschehen. Trauer hört nicht auf, wenn man wieder zur Arbeit geht. Es kann Monate, manchmal Jahre dauern. Trauer kommt in Wellen und zu unerwarteten Zeiten. Wenn das Arbeitsumfeld dies nicht versteht, kann es sein, dass es für die trauernde Person unmöglich ist, zur Arbeit zurück zu kehren.

Was können Sie als Arbeitgeber tun?

Als Arbeitgeber haben Sie eine Vorbildfunktion und Sie sind für das Wohlbefinden Ihrer Arbeitnehmer verantwortlich. Sie können niemandem seinen Kummer nehmen aber Sie können ein Umfeld schaffen, in dem sich der trauernde Mensch unterstützt fühlt.

Oft ist es gerade der Arbeitsplatz, der die nötige Struktur und Ablenkung bietet, nach der man sich sehnt. Arbeit unterstützt den Trauerprozess und kann die Trauerzeit verkürzen. Das gelingt allerdings nur, wenn der Trauernde auf das Verständnis des Arbeitgebers und der Kollegen zählen kann.

Seien Sie menschlich, nicht nur professionell

Es mag selbstverständlich sein, wird aber oft vergessen: Zeigen Sie, dass es Ihnen aufrichtig leid tut. Dies kann mit einem einfachen „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber ich fühle mit Ihnen.“ geschehen.

Besprechen Sie gemeinsam, was möglich ist

Fragen Sie nicht direkt, wann Ihr Mitarbeiter zur Arbeit zurückkehrt. Zeigen Sie stattdessen, dass Sie bereit sind, gemeinsam zu überlegen, was zu tun ist. Manche wollen so schnell wie möglich wieder arbeiten, andere brauchen mehr Zeit. Schauen Sie, was Ihr Mitarbeiter wünscht und bieten Sie verschiedene Möglichkeiten an: vorübergehend weniger Stunden zu arbeiten, von zu Hause aus zu arbeiten oder sorgen Sie durch neue Aufgaben für Ablenkung.

Flexibilität ist Gold wert

Trauer ist unberechenbar. Heute scheint es jemandem bestens zu gehen, morgen kann ein Duft, ein Lied oder eine Erinnerung alles auf den Kopf stellen. Seien Sie flexibel!

Der erste Arbeitstag ist schwer

Und wahrscheinlich nicht nur der erste. Wenn Sie vorab vereinbaren, wie Sie vorgehen, kann das den Schmerz lindern. Informieren Sie die Kollegen über die Rückkehr. Ein befreundeter Kollege kann dem trauernden Mitarbeiter beistehen, wenn es beiden recht ist.

Viele Menschen empfinden Trauer als belastend und tun deshalb so, als sei nichts geschehen. Tun Sie das nicht! Sie müssen keine tiefgreifenden Gespräche führen. Ein „Wie geht es Ihnen?“ kann schon viel bewirken.

Nehmen Sie Rücksicht auf schwierige Tage

Geburtstage, Todestage und Feiertage können für einen trauernden Mitarbeiter sehr schwer sein. Eine kleine Geste, wie beispielsweise eine Tasse Kaffee, kann schon helfen.

Sorgen Sie für ein Sicherheitsnetz

Sorgen Sie dafür, dass immer jemand da ist, an den sich der trauernde Arbeitnehmer wenden kann.

Trauern ist ein langer Prozess

Trauern kann sehr lange dauern. Man kann sich gut fühlen und dann plötzlich wieder ein schwierige Phase durchleben. Bleiben Sie verständnisvoll, auch auf lange Sicht.

Eine „trauerfreundliche“ Arbeitskultur

Trauer ist ein Teil des Lebens und damit auch ein Teil der Arbeit. Ein Unternehmen, das menschlich und verständnisvoll damit umgeht, schafft eine Atmosphäre, in der sich die Mitarbeiter sicher fühlen.

Am wichtigsten ist, dass Sie dem trauernden Arbeitnehmer Raum für seine Trauer geben und dafür sorgen, dass die Tür zur Rückkehr an den Arbeitsplatz offen bleibt

Veröffentlichungsdatum:
12 / 02 / 2025